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boje-Jury prämiert 19 Projekte an Schulen

Pressemitteilung vom 26.08.2009

Mehr als 180 000 Euro Fördergelder vergeben

Fotograf: Baumeister/WN

Viele Stunden haben die Jury-Mitglieder des boje-Projektes (boje=berufliche Orientierung für jugendliche Einsteiger) die Projektanträge studiert und sich beraten, gestern war es dann soweit. 19 Projektanträge wurden prämiert und die entsprechenden Fördergelder zur Auszahlung bereit gestellt, insgesamt mehr als 180 000 Euro.

66 Projektanträge waren insgesamt eingereicht worden, rund 580.000 Euro hätte man benötigt, um alle Ideen umzusetzen. So hieß es für die Jury-Mitglieder genau abwägen und auswählen, welche Vorhaben den Schülern voraussichtlich am besten auf den Weg in den Beruf helfen und wirklich Schule machen. „Wir setzen darauf, dass erfolgreiche Projekte sich unter den Lehrern und Trägern herumsprechen und viele Nachahmer an weiteren Schulen finden“, so Sparda-Bank-Vorstandsvorsitzender Enrico Kahl, zugleich Vorsitzender der Stiftung der Sparda-Bank. Rund 55.000 Euro der be-willigten Fördersumme gehen an Projekte, die bereits im vergangenen Jahr gefördert wurden. Denn vor allem Projekte, die einen neuen Ansatz verfolgen benötigten oft Zeit, ihren Weg zu machen, betonte Jury-Mitglied Volker Hellmund, Hauptabteilungsleiter Schulen bei der Bezirksregierung Münster. So habe man sich im Fall von sechs Projekten für ein zweites Förderjahr entschlossen. Volker Hellmund: „Dann muss ein Pro-jekt ohne die boje-Mittel weiterlaufen, so sehen es auch die Statuten vor.“ Beliebt bei Schulen, um die berufliche Orientierung zu stärken, sind zurzeit Schülerfirmen und Werkstattprojekte, dazu lagen viele Anträge vor. Dabei muss schon erkennbar sein, welche neue Idee die Schülerfirma verfolgt, wenn boje-Mittel fließen sollen, gibt Jury-Mitglied Volker Trautmann, Geschäftsführer der ARGE Oldenburg zu bedenken. Eine Schule aus Wilhelmshaven-Rastede hatte die Idee, mit selbstentwickelten Spielen Schülerinnen und Schülern das Konzept von Schülerfirmen nahe zu bringen. Das fand die Jury eine Auszeichnung wert und unterstützt das Vor-haben mit rund 18.000 Euro. „Die Spiele können weitergegeben werden an andere Schulen, sodass die Idee große Kreise ziehen kann“, ist Volker Trautmann überzeugt. Jury-Mitglied Prof. Dr. Heinz Holling von der Westfälischen Wilhelms-Universität hatte insbesondere ein Auge auf die Interessen von Förderschulen. Ihre Schülerinnen und Schüler haben es aufgrund von körperlichen oder geistigen Handikaps oft sehr schwer, eine Berufsausbildung zu absolvieren. „Wenn nur einer dieser Schüler durch ein Projekt den Weg in die Berufstätigkeit findet und sich etablieren kann, haben sich die Projektkosten schon ausgezahlt,“ ist Prof. Dr. Holling überzeugt.

Zukunftsweisend könnte nach Einschätzung von Dr. Andrea Hanke, Kulturdezernentin der Stadt Münster, und Marlies Richels, Leiterin des Jugendausbildungszentrum in Münster, das Projekt der Förderschule Lernen in Jever sein. Die Schule am Schlos-serplatz will eine Schülerfirma gründen, die ganz ählich wie eine Arbeitsagentur an der Schule als Agentur für Ausbildungsplatzsuchende tätig wird. „Wenn das zum Erfolg geführt werden kann, könnten davon ganz viele Förderschulen profitieren“, so Dr. Andrea Hanke. Die staatliche Agenturen können hier nicht die nötige intensive Betreuung der einzelnen Schüler vor Ort leisten und erzielen daher bei der Vermittlung dieser Schüler in Ausbildung und Beruf nur sehr selten einen Erfolg“, weiß Volker Trautmann als Geschäftsführer der ARGE Oldenburg aus eigener Erfahrung. „Wenn man hier etwas bewegen könnte, das wäre ein enormer Gewinn für viele“, meinte dazu auch Marlies Richels. Allerdings ist dies ein sehr ehrgeiziges Projekt und man darf gespannt sein, ob es gelingen wird, das Vorhaben in die Praxis umzusetzen. Deshalb genehmigte die Jury hier zunächst einmal die Hälfte der beantragten Summe. Zeichnet sich ab, dass das Projekt ans Laufen kommt und funktioniert, wird auch die zweite Teilsumme fließen. Ideen sind da, und viel Schulen und Projektträger engagieren sich weit über das normale Maß hinaus, um für ihre Schülerinnen und Schüler die besten Zukunftschancen zu eröffnen, das haben die vielen Projektbewerbungen gezeigt. Nun gilt es, die guten Ideen in die Tat umzusetzen.
 
Mitglieder der „boje“-Jury sind: Enrico Kahl, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Münster und Vorstand der Stiftung Kunst, Bildung und Erziehung; Dr. Andrea Hanke, Kulturdezernentin Stadt Münster; Volker Hellmund, Dezernent Bezirksregierung Müns-ter; Marlies Richels, Leiterin Jugendausbildungszentrum, JAZ Münster; Volker Trautmann, Referent ARGE Oldenburg; Prof. Dr. Heinz Holling, WWU Münster

boje 2011:

Die Jury hat entschieden.