Praxis mit Pensionären
Werkstatt-Konzept, August-Claas-Schule / Gemeinschaftshauptschule Harsewinkel
Wer Berufe praktisch kennenlernt, kann sich viel besser vorstellen, was im Alltag zum Berufsbild gehört. Wer das außerdem in Werkstätten an der Schule erfahren kann und nicht nur in wenigen Praktika, gewinnt große Sicherheit und eine gute Vorbereitung auf die Berufswahl.
Experten aus der „echten“ Berufswelt
Seit vielen Jahren arbeitet die Gemeinschaftshauptschule Harsewinkel mit einem Konzept, das die praktische Berufsorientierung in den Vordergrund stellt. Über sechs Jahre können die Schülerinnen und Schüler insgesamt 12 Berufe kennen lernen und praktisch erproben. „Dies hat sich als deutlich wirksamer erwiesen als Berufsorientierung in theoretischer Form im Klassenzimmer“, so Schulleiter Hermann Hecker. Eine Besonderheit der Werkstattarbeit ist außerdem, dass sie pensionierte Fachkräfte aus Industrie und Handwerk in die Arbeit mit den Jugendlichen einbezieht. Sie sind Experten in ihren Berufen, vermitteln praktische Kenntnisse, sind aber auch wichtige Gesprächspartner, wenn es um Einblicke in die „echte“ Berufswelt geht.
Schule und Wirtschaft
Im Rahmen des boje-Projektes konnte die Schule das bestehende Werkstatt-Konzept erweitern und insbesondere die Bereiche Friseur sowie Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik in das Angebot aufnehmen. Damit sind in den Werkstätten der Hauptschule nahezu 95 Prozent der am stärksten gewählten Berufsbilder abgedeckt. Mit der Einrichtung der Werkstatt für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik gewinnen die Jugendlichen zum Beispiel Einblicke in ein traditionelles Handwerk, das im Bereich der Umwelttechnik auf einen Wachstumsmarkt trifft. „Zahlreiche Betriebe in der Region bieten Ausbildungsplätze in diesem Feld an“, so Hermann Hecker.
Die Resonanz der Wirtschaft auf die Aktivitäten an der Schule ist durchweg positiv, Kooperationen mit Unternehmen wie der Maschinenbaufirma Claas sorgen weiterhin für gute Perspektiven.
Selbstbewusstein und Ausdauer
Denn die Jugendlichen sind nicht nur handwerklich gut auf den Berufsstart vorbereitet. „Sie gewinnen Selbstbewusstsein, sie können freier über ihre Tätigkeiten sprechen“, so der Schulleiter. Und Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Ausdauer gehören ohnehin immer dazu.
Die Sparda-Bank fördert das Projekt mit 8.000 EUR.
Begleitende Patin ist Marlies Richels, Leiterin des Jugendausbildungszentrums Münster.



august-claas-schule-harsewinkel.de






