Schüler coachen Schüler
Ein Projekt des Caritasverband e.V. in Rheine
Es gibt viele Gründe dafür, dass Jugendliche nicht mehr zur Schule gehen wollen: Stress mit einem Lehrer oder in der Klasse, Sorgen zu Hause, Probleme mit dem Stoff ... Das Schulverweigererprojekt "Schulverweigerung - die 2. Chance" wird von der EU gefördert und bundesweit umgesetzt. Der Caritasverband Rheine e.V. erweitert das Projektangebot mit boje-Unterstützung jetzt um ein individuelles Coaching "von Schülern für Schüler".
Aus Nachhilfe ein Projekt machen
"Die Idee, Schülerinnen und Schüler in die Arbeit einzubinden, kam uns, als eine Praktikantin unsere Jugendlichen mit Nachhilfe unterstützte", erzählt Projektmitarbeiterin Anna Schlieben. "Sie war nicht nur altersmäßig näher dran, sondern auch mit dem Lernstoff viel vertrauter." Daraus wurde ein Paten-Projekt, für das im laufenden Schuljahr 12 Schülerinnen und Schüler aus der gymnasialen Oberstufe, einer Erziehungsfachschule und einem Berufskolleg gewonnen werden konnten.
Beide Seiten profitieren
Profitieren sollen von dem Projekt beide Seiten: Die Jugendlichen bekommen zu den Werkstatt- und Gruppenangeboten des Caritasverbandes jetzt qualifizierte Nachhilfe und haben Mutmacher an ihrer Seite, die nicht viel älter sind. Die boje-Paten und -Patinnen gewinnen Einblicke in eine ganz konkrete berufliche Praxis der sozialen Arbeit. "Nicht alle von ihnen wollen Sozialarbeiter werden", so Anna Schlieben, "aber sie erleben sich in einer neuen Rolle, sie lernen eine Facette der sozialen Arbeit kennen und in der Zusammenarbeit mit uns und durch Gespräche mit der Erziehungshilfe oder Psychologen das gesamte Unterstützungsnetz."
"Ich könnte das auch für Geld machen"
Zwei Stunden pro Woche sind die Patinnen und Paten im Projekt. Ihr Einsatz ist ehrenamtlich. Sie besorgen Unterrichtsmaterialien, sprechen wenn nötig mit der Schule über den Stoff, sie bereiten die Nachhilfestunden sorgfältig vor. "Ich könnte das auch für Geld machen, sagte eine der Patinnen", erzählt Anna Schlieben lachend, "aber hier bei euch ist es so nett." In der Gruppe und in Einzelgesprächen findet ein regelmäßiger Austausch über die Arbeit statt, auch die Paten und Patinnen können ihre Fragen und Probleme mitbringen.
Die Arbeit zieht Kreise
Dass zum Ende des Schuljahrs einen gemeinsame Fahrt nach Berlin ansteht, um ihre Arbeit als Modellprojekt beim Abschluss der "2. Chance" zu präsentieren, macht die Jugendlichen stolz. Aber nicht nur das: Die Rückmeldungen der Eltern und der Lehrer auf ihre Unterstützung ist durchweg positiv. Ihre Arbeit wirkt. Wie sich Jugendliche auch weiterhin für ein Ehrenamt wie dieses begeistern lassen, das, so Anna Schlieben, ist eine offene Aufgabe für die Zukunft.
Die Sparda-Bank fördert das Projekt mit 11.000,00 EUR.
Begleitende Patin ist Marlies Richels, Jugendausbildungszentrum JAZ Münster.



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