Mentoring: fit für den Job
DRK Münster
Ein Jahr lang helfen ein Mentor oder eine Mentorin bei der beruflichen Orientierung, sie geben Erfahrungen weiter und sind persönliche Ansprechpartner. Für diese Idee für junge Migrantinnen und Migranten hat der DRK Kreisverband Münster im vergangenen Schuljahr Strukturen aufgebaut.
Doppelt so viele Tandems wie geplant
Geplant war dieser zweite Durchgang im Schuljahr 2009/10 ursprünglich für 20 Schülerinnen und Schüler. Jetzt sind insgesamt 40 Mentoren und 40 Jugendliche dabei, Kooperationspartner des Projektes sind insgesamt zwei Kollegschulen, zwei Hauptschulen und eine Realschule aus Münster.
Großes freiwilliges Engagement
"Wir hatten wieder eine unglaublich große Resonanz", sagt Projektkoordinatorin Irina Loucatos über den Aufruf an Mentorinnen und Mentoren. Über einen entsprechenden Pressebericht meldeten sich sich mehr Interessierte als letztlich eingesetzt werden konnten. Außerdem machen fast alle Mentoren aus dem vergangenen Schuljahr weiter. Wer aktuell kein Mentee begleiten kann, unterstützt einzelne Schülerinnen und Schüler mit Deutsch im Alltag.
Üben, recherchieren, Ideen finden
Die Auswahl der Jugendlichen, die am Projekt teilnehmen, erfolgt in erster Linie durch die Lehrkräfte der beteiligten Schulen. Gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund, die zuhause wenig Unterstützung bei der beruflichen Orientierung bekommen, können von der individuellen Begleitung durch die Mentoren profitieren. "Sie üben miteinander Vorstellungsgespräche, recherchieren Praktikums- oder Ausbildungsplätze und motivieren dazu, zum Beispiel auch die Ferien zu nutzen, um Praktika zu machen."
"Bei allen hat sich was getan"
Dass diese Unterstützung erfolgreich ist, hat die interne Auswertung im vergangenen Jahr gezeigt: Drei von 20 Schülern fanden mit Hilfe ihrer Mentoren einen Ausbildungsplatz, einige haben die Versetzung geschafft oder Praktikumsplätze gefunden. "Bei allen hat sich was getan", sagt Irina Loucatos. Die Mentorinnen und Mentoren sind Ratgeber/innen, Begleiter/innen und auch Vorbilder. Und auch für die Schule kann das Mentoring eine Bereicherung darstellen. Denn die individuelle Begleitung in der beruflichen Orientierung ist im schulischen Rahmen oft nicht möglich.
Gemeinsam Neues lernen
Für die Mentorinnen und Mentoren gibt es regelmäßige Workshops, in denen sie ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig mit Tipps weiterhelfen. Denn der Ausbildungsmarkt und die Vielzahl der Ausbildungswege sind vielen (ehemals) Berufstätigen nicht unbedingt vertraut. Auch die Probleme Jugendlicher mit Migrationshintergrund sind vielen zunächst fremd.
"Wie gehe ich damit um, dass eine Schülerin extrem viele Berufswünsche und manchmal überhöhte Vorstellungen hat?, laute zum Beispiel eine Frage", so Irina Loucatos. "Ein anderes Thema ist die Zuverlässigkeit der Jugendlichen bei vereinbarten Terminen." Vereinbart wurde nun, dass sie eine Stunde vor dem Termin noch mal Bescheid sagen, damit niemand vergebens wartet. Verbindlichkeit zu lernen gehört auch zur Vorbereitung auf die Berufstätigkeit.
Die Sparda-Bank fördert das Projekt mit 20.000,00 EUR.
Begleitender Pate ist Volker Hellmund, Leitender Regierungsschuldirektor Bezirksregierung Münster.



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