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Wissen für Schülerfirmen: Spielerische Lösung

Ein Projekt der Gesamtschule Rastede

Die Kooperative Gesamtschule in Rastede hat viel Erfahrung mit Schülerfirmen. Vier Betriebe sind hier am Start: eine Holzfirma, "Bags", ein Unternehmen, das Taschen produziert, die "Fruchtinsel", die für gesunde Smoothies, Säfte und Mix-Gertränke in den Pausen sorgt und eine Werbefirma, "Brainstorm". 

Schülerfirmen als Lernfeld
Für Wirtschafts- und Werklehrer Jörg Lehmann sind die Firmen, die die Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse einsteigen, ein ideales Lernfeld für ökonomische Zusammnhänge. Aber auch die praktischen Kompetenzen, die in den Werkstätten vermittelt werden, sind eine gute Vorbereitung auf Praktika und Ausbildungen.

Unternehmen und ihre Struktur
Dass jetzt noch ein weiteres Projekt dazukommt, hat mit den Erfahrungen - und Neuanfängen - in den Schülerfirmen zu tun. "Wie kann man den Neuen in einer Firma die Inhalte und Strukturen vermitteln?", lautete Jörg Lehmanns Frage. Als Fachleiter Schülerfirmen hatte er in jahrelanger Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg umfangreiche Unterlagen zum Einstieg in die Schülerfirmen erstellt. Für jede Firma gibt es ein Organigramm, Mappen mit Unterlagen für Jahresplanungen, Arbeitsverträge, Tätigkeitsberichte usw. "Jede Firma hat sechs Abteilungen. Wir brauchen die Unterlagen, weil alle wissen müssen, was sie zu tun haben", so Jörg Lehmann. "Wenn wir aber nur mit den schriftlichen Unterlagen arbeiten, dann ist die Hürde zu hoch, das scheitert."

Wie Monopoly
"Wie geht das einfacher? Spielerischer?", wollte der Lehrer wissen und gab die Frage an das kooperierende Institut für ökonomische Bildung der Universität weiter. In enger Zusammenarbeit mit Jörg Lehmann haben die Studierenden jetzt sechs unterschiedliche Brettspiele entwickelt: Buchhaltung, Inventur, Geschäftsführung, Aufbau und Organisation, Rechtsfragen, Ablauforganisation und Produktion. "Transporter" heißt zum Beispiel das Spiel zur Buchführung. Es funktioniert im Prinzip wie ein Monopoly, nur dass die Schülerinnen und Schüler hier relativ schnell wissen, dass es nicht (nur) um Spielgeld geht.

Für jede Schulform geeignet
Die Idee stammt aus der Universität, getestet werden die Spiele an der Schule,  produziert und vermarktet werden sie in Kooperation der bestehenden Schülerfirmen. Eingesetzt werden können diese Spiele an Schulen, im Wirtschafts- und Sozialkundeunterricht und natürlich beim Aufbau von Schülerfirmen und das für alle Schulformen. So etwas gibt es deutschlandweit nicht.

Niemals blauäugig in die Selbstständigkeit
"Als Lehrer bin ich inzwischen Kleinunternehmer", lacht Jörg Lehmann. Denn dass die Spiele in höherer Stückzahl produziert und vermarktet werden können, davon ist er überzeugt. Schließlich hat auch "seine" Holzfirma längst mit Aufträgen für die Gemeinde und andere Schulen bewiesen, dass sie marktgerecht produzieren kann.

Dass Projekte wie diese Schülerinnen und Schülern auch im Hinblick auf eine mögliche spätere Selbstständigkeit helfen, davon ist der Lehrer überzeugt. "Da geht keiner mehr blauäugig ran, nach dem Projekt wissen alle, was es bedeuten kann, ein Unternehmen zu führen."

 

Die Sparda-Bank fördert das Projekt mit 17.698,00 EUR.
Begleitender Pate ist Volker Trautmann, ARGE Oldenburg.

Kontakt:
Kooperative Gesamtschule Rastede
Gerd Kip, Schulleiter
Jörg Lehmann, Fachleiter Schülerfirmen
Wilhelmstr. 5
26180 Rastede
Tel.: 04402-9264-0
Fax.: 04402-9264-64
schule@kgs-rastede.de
http://www.kgs-rastede.de