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Sie führen Gutes im Schilde

Schülerfirma "Schulengel", Haupt- und Realschule Spelle

Kunden kommen nicht automatisch. Sie wollen umworben werden, Vertrauen fassen, vielleicht auch jemanden, der ihnen das Produkt empfiehlt. Diese Erfahrung, die viele Existenzgründer machen, teilen auch 19 Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Realschule Spelle. Ihre Firma „SchulEngel“ ist noch jung.

Helfen – und voneinander lernen
„Die Idee, einmal etwas mit Senioren zu machen, gab es an unserer Schule schon lange“, sagt Stefan Zimmermann, der gemeinsam mit Kollegen und natürlich den Jugendlichen die Schülerfirma „SchulEngel“ an der Haupt- und Realschule Spelle ins Leben gerufen hat. Eine Catering-Firma, eine Radwerkstatt und einen Anbieter für Licht- und Tontechnik gibt es an der Schule bereits. Mit den SchulEngeln wurde erstmals eine soziale Dienstleistung zum Gegenstand einer Schülerfirma gemacht. Älteren Menschen in der Nachbarschaft Hilfe anzubieten, das ist die Idee. Das Spektrum der möglichen Leistungen ist groß: Unterstützung beim Einkaufen oder Hecke schneiden, ein gemeinsamer Spaziergang oder ein Spiel, Vorlesen oder Erzählen. Und so ganz nebenbei können hier auch die Jüngeren von den Erfahrungen der Älteren lernen.

Verantwortung – nicht nur im Vorstand
Die Jugendlichen sind auf ihren Einsatz mit Senioren gut vorbereitet: Sie lernen zunächst während einer halbjährigen AG die Grundlagen der Kommunikation, absolvieren ein Erste-Hilfe-Training oder auch einen Rollstuhl-Führerschein. Mit dem Eintritt in die Schülerfirma liegt dann alles in der Hand der Schülerinnen und Schüler: Es gibt Zuständigkeiten für Öffentlichkeitsarbeit, für die Finanzen und einen Vorstand.

Wer braucht sonst noch Hilfe?
17 Mädchen und 2 Jungen waren im ersten Jahr dabei. „Sie haben unglaublich viel gelernt“, so das Resümee von Stefan Zimmermann, „auch wenn die Kunden noch nicht Schlange stehen.“ Beeindruckt ist er von der professionellen Präsentation. Das zeigten die Jugendlichen nicht nur beim offiziellen Festakt zum Start der Firma, dessen Organisation komplett in ihrer Hand lag, sondern auch bei den Besuchen in den umliegenden Altenpflegeheimen oder Seniorenstiften, wo sie ihr Angebot vorstellen.
„Viele haben durchaus Erfahrungen mit älteren Menschen“, so Stefan Zimmermann. „Was für alle neu ist: dass sie auch Verantwortung tragen.“ Zuverlässigkeit, Sorgfalt, Höflichkeit – all das wird auch im Berufsleben wichtig sein. Im weiteren Verlauf der Firma sollen ggf. noch weitere Zielgruppen angesprochen werden. Schließlich brauchen nicht nur Senioren mal Hilfe.

 

Die Sparda-Bank fördert das Projekt mit 11.821,00 EUR.
Begleitender Pate ist Volker Trautmann, Geschäftsführer der ARGE Oldenburg.

Kontakt:
Haupt- und Realschule Spelle
Stefan Zimmermann
Brink 7
48480 Spelle
Tel.: 0 59 77 / 93 77 51
Fax: 0 59 77 / 93 77 52
hrs.spelle@ewetel.net
www.hrs-spelle.de


Stimmen zum Projekt:

„Die Schülerfirma spielt sich außerhalb des Unterrichts ab. Hier erlebe ich Schülerinnen, die auch in meiner Klasse sind, zum Teil ganz anders. Ich war überrascht und beeindruckt von der Begeisterungsfähigkeit und Zielstrebigkeit, die sie zum Beispiel in der Planung der Eröffnungsfeier gezeigt haben.“
Stefan Zimmermann, Lehrer

„Im Laufe der AG sind Haupt- und Realschüler aus verschiedenen Klassen, die anfänglich noch in Grüppchen zusammensaßen, zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen. Alle profitieren dabei voneinander. Diese Entwicklung finde ich ganz besonders beeindruckend."
Nina Scholz, Schulsozialarbeiterin

„Die alltägliche Arbeit in einer Schülerfirma vermittelt viele Kompetenzen: Wir erstellen Excel-Tabellen für die Abrechnung, haben eine große Planungstafel für die Organisation, wir schreiben Protokolle der wöchentlichen Sitzungen. Die Schüler holen selbstständig Angebote ein, sie präsentieren sich und üben sich im eigenverantwortlichen Umgang mit Erwachsenen.“
Stefan Zimmermann, Lehrer

„Ich erlebe eine begeisterungsfähige und hoch motivierte Gruppe junger Menschen, der es gelingt, theoretisch erworbene Kenntnisse in die Praxis umzusetzen. Zudem schaffen es die Schüler, ihre Ideen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Sehr gut ist auch das Zusammenspiel von wirtschaftskundlichen und berufskundlichen Elementen.
Josef Herder, Lehrer

„Mit dem Projekt 'SchulEngel' ist es uns gelungen, unser Berufsorientierungskonzept zu ergänzen und abzurunden. Die Schüler können sich hier im zukunftsträchtigen Segment der Pflege- und Sozialdienstleistungen erproben und dabei wichtige Sozialkompetenzen für ihre berufliche und private Zukunft erwerben. Es profitieren also nicht nur die Senioren von der Schülerfirma, sondern auch die Schüler und damit auch die ganze Schule."
Helmut Klöhn, Schulleiter