Theater gegen die Angst
Theaterpädagogisches Projekt an der Hauptschule Wolbeck, Münster
„Meine Eltern haben gesagt …“ Das war eine häufige Antwort der Wolbecker Hauptschüler auf die Frage, wie sie auf ihren Praktikumsplatz gekommen sind. „Daraus haben wir eine Szene gemacht“, sagt die Theaterpädagogin Judith Suermann. Entstanden ist ein Stück, das die Suche nach Beruf und Zukunft theatral aufbereitet.
Angst vor der Bühne
Denn, das ist die Erfahrung von Judith Suermann: „Viele Jugendliche haben große Angst beim unsicheren Blick in ihre Zukunft. Wenn wir mit ihnen Theater spielen, dann beobachten wir, dass viele von ihnen auch mit großer Angst und Unsicherheit auf die Bühne gehen.“ Für die Pädagogin eine wichtige Erfahrung. „Die größte Angst haben sie schon mal auf der Bühne gehabt.“
Es gibt kein Richtig und kein Falsch
Das Theaterprojekt an der Hauptschule Wolbeck findet einmal wöchentlich statt und ersetzt während der Projektlaufzeit den Deutsch-Förderunterricht. Das Ziel ist eine gemeinsame Aufführung. Deren Thema stand von Anfang fest: Beruf und Zukunft. „Theater ist nützlich, wenn man absurd werden kann“, beschreibt Judith Suermann ihren Ansatz. „Wir spielen sehr unangenehme Arbeitgeber, unverschämte Bewerber, nervige Eltern. Theater lebt von der Übertreibung.“ Und das Schöne ist: Es gibt kein Richtig und kein Falsch. „Es geht darum, sich zu trauen, sich zu öffnen, einzulassen. Auch mal was Peinliches zu tun.“
Theater erleben
Wer auf der Bühne die Erlaubnis hat, maßlos zu übertreiben, kann lernen, mit den eigenen Ängsten umzugehen. Davon ist Judith Suermann überzeugt. Sie arbeitet im Auftrag der Cactus - Jugendtheaterwerkstatt e.V. und hat ihre Gruppe mit zu einem Stück ins Theater genommen. Hier stehen Jugendliche vieler Nationalitäten auf der Bühne, zeigen viel von sich und eine schauspielerische Leistung, die ganz anders ist als im herkömmlichen Theater. Und sie zeigen auch, warum sich die handwerkliche Arbeit lohnt.
Hoffnungsvoll
„Angst ist der größte Motor nichts zu tun“, sagt Judith Suermann. Das Stück, das sie mit ihrer Gruppe am Ende des Schuljahres aufführt hat vier kurze Szenen und heißt „Sagen alle ...“. Theater gegen die Angst.
Die Sparda-Bank fördert dieses Projekt mit 5.724,50 EUR.
Begleitende Patin ist Ute Cewe, Sparda-Bank Münster.



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