Radstation im Netzwerk von Betrieben
Ein Projekt der Josefschule, Förderschule in Wettringen
Einmal in der Woche ist es wie im echten (Berufs-)Leben. Die Schüler und Schülerinnen werden mit dem Bautrupp abgeholt und fahren zur Baustelle. Am neuen Radweg zwischen Wettringen und Emsdetten entsteht eine Radstation. Ein überdachtes Pausenhäuschen mit Tischen und Bänken.
Ein eigenes Haus bauen
"Ein Projekt wie dieses hat eine ganz andere Wirkung als ein Praktikum", ist Schulsozialarbeiter Thomas Herting sicher. "Hier sind die Schüler vom ersten Planungsschritt an eingebunden, sie stehen nicht nur daneben, gucken zu oder fegen mal, sondern sie bauen ihr eigenes Haus." Damit das gelingt, hat die Schule ein ganzes Netzwerk an Unternehmen zusammengeholt, die das Projekt praktisch unterstützen: Tischlerei, Dachdecker, Zimmerei, Garten- und Landschaftsbau, Bauunternehmen und Metallbau. "Die Firmen zeigen hier deutlich mehr Einsatz als in einem betrieblichen Praktikum. Sie setzen Material ein, bieten aber vor allem eine sehr individuelle und intensive Begleitung."
Konkrete Berufschancen verbessern
Die gute Kooperation mit Betrieben ist aus Sicht der Schule ein ganz entscheidender Schlüssel, wenn es um die Verbesserung der beruflichen Perspektiven der Förderschüler geht. Die private Förderschule Emotionale und Soziale Entwicklung ist eine große Schule mit 160 Schülerinnen und Schülern. "Nach Beendigung der Schule haben sie kaum Chancen auf eine direkte Ausbildung", so Thomas Herting. "Ob sie mit dem Lernbehinderten-Abschluss, dem kleinen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 oder auch dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 (Typ A) die Schule verlassen, Förderlehrgang, Berufsvorbereitungslehrgang oder weiterer Schulbesuch sind vorprogrammiert."
Ein neues Konzept für mehr Vertrauen
In einem Kooperations-Projekt wie an der Radstation kann das Vertrauen wachsen. "Viele Betriebe haben in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen in Praktika oder Ausbildungen gemacht", so der Schulsozialarbeiter. "Für uns ist es wichtig, ein neues Konzept auszuprobieren, um die Zusammenarbeit mit den Betrieben zu verstärken." Am Radweg zwischen Wettringen und Emsdetten können Betriebe die Schüler bei der Arbeit kennenlernen und umgekehrt.
Solide gebaut mit Blick in die Zukunft
Damit das Radhäuschen vom Fundament bis zum Dach solide gebaut wird, werden im Fachunterricht die Planungen gemacht. Von Anträgen bis zur Raumberechnung wird damit auch der Matheunterricht ziemlich praktisch. Und wenn bis zum Sommer 2010 das Haus steht, wird nicht nur die Arbeit der Schülerinnen und Schüler sichtbar, sondern auch eine gelungene Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft.
Die Sparda-Bank fördert das Projekt mit 9.250,00 EUR.
Begleitende Patin ist Ute Cewe, Sparda-Bank Münster.


