Gemeinsam stark! Elternarbeit in der Berufsorientierung
Ein Projekt des Jugendausbildungszentrums JAZ gGmbH in Münster
"Die Eltern haben ziemlich großen Druck", sagt Elke Heller-Zulka. Die Mitarbeiterin des Jugendausbildungszentrums JAZ gGmbH in Münster begleitet das Projekt "Gemeinsam stark!" an der Hauptschule Wolbeck und erlebt, dass das Thema Berufsorientierung Familien schon früh beschäftigt.
Die Arbeit mit den Eltern bekommt ein neues Gewicht
Das JAZ setzt hier ein Programm um, das vom Institut für präventive Pädagogik entwickelt wurde. Das Ziel: Eltern und Jugendliche in der Kommunikation zur Lebens- und Berufsplanung schon früh und gemeinsam zu unterstützen. Die Arbeit mit den Eltern bekommt ein neues Gewicht.
In der 8. Klasse beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den ersten Vorbereitungen ihres betrieblichen Praktikums, welches sie zu Beginn der 9. Klasse absolvieren. Hier startet auch der erste Baustein des Projektes, das Eltern und Jugendliche dann bis zur Klasse 10 begleitet.
Eltern in ihrer Rolle stärken
Diese Form der Elternarbeit ist auch für das JAZ neu. "Als Jugendhilfeträger stehen wir in erster Linie hinter den Jugendlichen", sagt Elke Heller-Zulka, die "Gemeinsam stark!" zusammen mit ihren Kolleginnen Petra Hanau und Katharina Schwarz begleitet. "Jetzt rücken wir die Eltern in den Fokus und stärken sie in ihrer Rolle." Denn der Rat und die Begleitung der Eltern sind für Jugendliche bei der Berufswahl enorm wichtig - und dafür brauchen auch diese Unterstützung.
Bei den Stärken ansetzen
"Wir wissen überhaupt noch nicht, wo's mal hingehen soll", das sei eine ganz typische Reaktion der Eltern. Neben der Unsicherheit angesichts der beruflichen Möglichkeiten, seien sie ohnehin in der Auseinandersertzung mit ihren pubertierenden Kindern gefordert. "Was wir in der Arbeit mit Jugendlichen schon lange machen: bei den Stärken und Wünschen anzusetzen, das lässt sich auch sehr schön in der Arbeit mit Eltern umsetzen."
Anders als zuhause
Drei Module mit jeweils fünf Gruppen-Terminen sieht das Programm vor. In der 8. Klasse stehen Kommunikation und Kompetenz im Vordergrund: Welche Stärken hat mein Kind? Was können wir voneinander lernen? Wie reden wir miteinander? "Hier finden Gespräche statt", so Elke Heller-Zulka, "die Diskussionsanregungen für zuhause liefern.“
In der Klasse 9 heißt das Thema "Welcher Beruf passt zu mir?" und in der Klasse 10 schließlich "Diese Ausbildung mache ich!" Dann wird es sehr konkret, dann werden auch Vorstellungsgespräche geübt und der Rollenwechsel vorbereitet. Das JAZ bietet darüberhinaus vor Ort individuelle Sprechstunden und Berufswahltests an.
Zertifiziert für Berufs- und Lebensplanung
An der Hauptschule Wolbeck beteiligen sich zurzeit sieben Familien an dem Projekt. Aus Sicht der Schule und des JAZ eine gute Resonanz, die zeigt, dass Eltern Unterstützungsangebote wie dieses gerne annehmen.
Das JAZ hat sich im Vorfeld zur Durchführung von Elternarbeit zertifiziert. Die Erfahrungen, die jetzt an der Hauptschule Wolbeck gesammelt werden, können dann auch anderen Schulen angeboten werden.
Die Sparda-Bank fördert das Projekt mit 18.928,00 EUR.
Begleitender Pate ist Enrico Kahl, Sparda-Bank Münster.









jaz-muenster.de