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Berufsparcours als Testverfahren

Ein Projekt der LWL-Förderschule Regenbogenschule Münster

"Standardisierte Berufsparcours können wir nicht gebrauchen", sagt Ulrich Gemeinhardt, Berufswahlkoordinator an der Regenbogenschule in Münster. An der Förderschule mit dem Schwerpunkt Körperliche und Motorische Entwicklung lernen viele Kinder und Jugendlichen in Rollstühlen oder brauchen andere  Hilfsmittel und Werkzeuge.

Mit dem Rolli unter den Tisch
"Wir haben gesehen, dass die Rolli-Fahrer bei den Standard-Parcours zum Beispiel noch nicht einmal unter die Tische fahren konnten", erzählt Ulrich Gemeinhardt. Damit auch körperlich gehandicapte Jugendliche ausprobieren können, welche handwerklichen Fähigkeiten ihnen gefallen oder leicht fallen, entwickelt die Regenbogenschule für die praktische berufliche Orientierung eigene Stationen.

Pilotprojekt für KME-Schulen
Im Projektverlauf entsteht so in Zusammenarbeit mit Ergo-, Physiotherapeuten und Sonderpädagogen ein an die speziellen Bedürfnisse der Jugendlichen angepasster Berufsparcours. "Einen solchen gibt es noch nirgends", so Ulrich Gemeinhardt, der seine Erfahrungen auch im Arbeitskreis der KME-Schulen weitergibt. Ein separater Raum wird nun mit entsprechenden Materialien ausgestattet, an verschiedenen Tischen werden Probearbeitsplätze errichtet. "Wir haben zum Beispiel spezielle Vorrichtungen für Scheren, solche brauchen wir auch für Werkzeuge. Sinnvoll sind auch Magnete, mit denen sich Stecker aus Metall sortieren lassen." 

Vorbereitung auf die Werkstatt
Ein besonderes Augenmerk wird bei diesem angepassten Berufsparcours auf Tätigkeiten gelegt, die in den Werkstätten für behinderte Menschen anfallen. "Von den zwölf Schülern, die wir pro Jahr entlassen, gehen 90 Prozent anschließend in die Werkstatt", so Ulrich Gemeinhardt. Die Resultate der Beobachtungs- und Selbstreflexionsbögen ermöglichen zugleich eine Einschätzung der Fähigkeiten und des besonderen Hilfebedarfs.

Der erste vollständige Probelauf im neu entwickelten Berufsparcours ist vor den Sommerferien geplant. 

 

Die Sparda-Bank fördert das Projekt mit 1.000,00 EUR.
Begleitender Pate ist Prof. Dr. Heinz Holling, WWU Münster.

Kontakt:
Regenbogenschule
LWL-Förderschule, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung
Ulrich Gemeinhardt, Berufswahlkoordinator
Bröderichweg 43
48159 Münster

Tel.: 0251 2105-181
Fax: 0251 2105-269
regenbogenschule@lwl.org 
http://www.lwl.org/LWL/Jugend/LWL-Regenbogenschule